Minderheiten und gesellschaftliche Resilienz im Ostseeraum
2. bis 8. August 2026

In modernen Nationalstaaten waren nationale Minderheiten historisch gesehen stets Gegenstand von Misstrauen und Konflikten. Traditionell wurde dies mit Separatismus oder mit vermeintlichen Missständen »der Anderen« in Verbindung gebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg – und insbesondere im Zuge der europäischen Einigung nach 1990 – hat sich allmählich eine andere, wertschätzendere Haltung gegenüber nationalen Minderheiten entwickelt. Dieser Wandel fand beispielsweise Eingang in das Europäische Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten (1995) und die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen (1992). Die Kursmaterialien bieten eine prägnante Einführung in die Thematik der Minderheiten im Ostseeraum.
Sie befassen sich mit Fragen des Konflikts, der Versöhnung, des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit zwischen nationalen Mehrheiten und Minderheiten in Vergangenheit und Gegenwart. Der Kurs legt einen besonderen Schwerpunkt auf drei Regionen:
- die dänisch-deutsche Grenzregion (wo der Kurs stattfindet),
- den Ostseeraum, und
- den Norden (die schwedischsprachige Minderheit in Finnland)

Ein interkultureller Lernort
Der Versöhnungsprozess zwischen Dänemark und Deutschland wird am Beispiel der deutsch-dänischen Grenzregion beleuchtet. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, ob die Verwischung nationaler Grenzen zu einer Transnationalisierung der zwischenstaatlichen Versöhnung geführt hat.
Die Teilnehmer*innen werden in kleinen Gruppen verschiedene Podcasts erstellen, um sowohl die konkreten Geschichten als auch deren Bedeutung zu verstehen und zu vermitteln. Dabei haben sie die Möglichkeit, sich mit individuellen Perspektiven auf Geschichte, Kultur und Politik in einer multiethnischen Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Internationale Teilnehmende und interdisziplinäre Forschung
Als gemeinsame Veranstaltung des CBSS, des Internationalen Wirtschaftskommunikationsstudiums und des Zentrums für Grenzregionsstudien der Süddänischen Universität, der Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, des Friesischen Seminars und des Studiengangs European Cultures and Societies der Universität Flensburg, der Ausländerförderung der Konrad-Adenauer Stiftung, des Bundes Deutscher Nordschleswiger und der Dänischen Zentralbibliothek für Südschleswig, richtet sich die Sommeruniversität an Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen.

Der internationale und interdisziplinäre Zuschnitt ermöglicht es den Teilnehmenden, die Entwicklung einer historischen Grenzregion aus verschiedenen Perspektiven zu analysieren. Dadurch eröffnet sich für Studierende wie Dozenten zugleich ein neuer Blickwinkel auf die Geschichte und Gegenwart in der deutsch-dänischen Grenzregion. Die Sommeruniversität stellt somit einen innovativen Studien- und Begegnungsort dar, der den fachlichen, interdisziplinären und interkulturellen Austausch bewusst fördert. Arbeitssprachen der Sommeruniversität sind Deutsch und Englisch.

Beteiligte Institutionen








